Über Künstliche Intelligenz und den Globalen Süden kursieren viele Geschichten – kraftvolle, empörende, und manche schlicht falsche. Diese Reihe nimmt sich vor, genauer hinzusehen: Was lässt sich belegen, was ist Übertreibung, und wo verläuft die Grenze zwischen berechtigter Kritik und wohlfeiler Geste? Vier Teile gehen das in Ebenen durch – von den Daten ganz unten bis zu den Regeln ganz oben. Die Reihenfolge folgt der Lautstärke der Debatte, nicht der Stärke der Belege: Sie beginnt bei den Daten, wo am lautesten gestritten wird, und wird beim Handfesten – Wasser, Strom, Rohstoffe in Teil 3 – am belastbarsten.

Jeder Teil steht für sich. Wer die ganze Architektur sehen will, liest sie der Reihe nach.

Reihe abgeschlossen. Alle vier Teile – Daten, Arbeit, Erde & Strom, Regeln – sind online. Am besten der Reihe nach von Teil 1 bis 4.

Die vier Teile

Teil 1 ● Online

Wessen Daten? Die Sprache, die KI nie gelernt hat

41 % Englisch, 0,011 % Swahili: die messbare Schieflage der Trainingsdaten. Der Augenscanner Worldcoin, der erst im Süden übte. Und warum „digitaler Kolonialismus“ ein umstrittener Begriff ist.

Teil 2 ● Online

Wessen Arbeit? Die Menschen, die KI sauber machen

Nairobi, 1,32 Dollar die Stunde, ein psychiatrisches Gutachten bei Gericht – und die ehrliche Streitfrage: digitaler Kolonialismus, oder einfach Kapitalismus?

Teil 3 ● Online

Wessen Erde, wessen Strom? Was KI physisch kostet – und wo

485 Terawattstunden, 7,6 Millionen Liter Wasser am Tag, über 60 Kabel in Big-Tech-Hand. Und zwei populäre Empörungsgeschichten, die dem Faktencheck nicht standhalten.

Teil 4 ● Online · Abschluss

Wessen Regeln? Wer am Tisch sitzt – und wer den Tisch baut

118 von 193 Staaten sitzen bei keiner der großen KI-Verhandlungen mit. „Souveräne KI“ als Verkaufsargument – und die ehrliche Bilanz, was der Widerstand erreicht hat.

Der rote Faden: Es ist kein Raubzug mit gezückter Waffe – aber auch kein neutraler Marktvorgang. Auf jeder Ebene liefert der Süden das Material und hat kaum etwas zu sagen, was damit geschieht.

Warum diese Reihe anders ist

Über digitalen Kolonialismus wird viel geschrieben, vieles davon groß in der Geste und dünn im Beleg. Diese Reihe macht das Gegenteil zum Programm. Sie stützt sich auf ein Recherche-Dossier mit 187 nach Qualität bewerteten Quellen; 40 zentrale Behauptungen wurden in einer eigenen Phase mit dem ausdrücklichen Ziel geprüft, sie zu widerlegen. Mehrere beliebte Geschichten haben das nicht überstanden und kommen hier bewusst nicht vor. Wo eine Aussage nur an einer einzigen Quelle hängt, steht das im Text.

Das Ziel ist nicht, weniger zu kritisieren – sondern genauer. Wer linke Kritik an Big Tech ernst meint, kann sie sich nicht leisten, an Übertreibungen zu scheitern.

Ihr wollt KI in eurer Organisation einsetzen, ohne diese Abhängigkeiten zu reproduzieren – oder das Thema in einem Vortrag aufbereiten?

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